Stille... also nichts ?

Stille dort ist doch nichts, oder nicht? Was sollte man schon über Stille lesen können. Was sollte man über nichts erfahren. Etwas, dass keinen Inhalt hat. Ohne eine Vorstellung davon zu haben, wird man genau dem begegnen, wenn man nichts erwartet ist dort nichts und doch bleibt das „Etwas“

Dennis Aueron

3/20/20268 min read

Stille dort ist doch nichts, oder nicht?


Was sollte man schon über Stille lesen können. Was sollte man über nichts erfahren. Etwas, dass keinen Inhalt hat. Ohne eine Vorstellung davon zu haben, wird man genau dem begegnen, wenn man nichts erwartet ist dort nichts und doch bleibt das „Etwas“, dass keinen Inhalt hat. Ohne Vorstellung von etwas, gerade deshalb, eröffnet uns in etwas alles. Wie eine leere Leinwand die alle Möglichkeiten reserviert. Denn wenn ich dem was ich begegne nichts vor-stelle, dann bin ich frei von jedem vor-Urteil, jeder vor-Stellung, dort ist nichts was „Stellung“ bezieht, kein „Urteil“, dass mich befangen macht.

Stille ist auch ähnlich einem leeren Raum und ein leerer Raum ist wie ein freier Raum. Frei von etwas. Und ein freier Raum ist gleich einem Raum in dem alles sein kann. Sowie Stille ein Zustand ist, in dem alles sein kann. Vielmehr ist es so, dort wo alles sein kann, dort ist alles. Jeder der einmal Stille zugelassen hat, weis um das Paradox der Stille. Dort ist nie nichts. In der Stille ist nicht, nichts. Es ist nie ganz still, im Gegenteil, es wird immer lauter in der Stille, je stiller es um uns herum wird. Die Wahrheit ist, dort sind wir, wir begegnen uns und wenn doch zunächst getrübt von Gedanken. Jedoch fernab von den fluorierenden Ablenkungen, haben wir die Chance etwas zu betrachten das bei all dem Lärm verstummt. Das sind wir. Man könnte den Fortschritt und Luxus der uns in der heutigen Zeit zu Teil wird und alles einfacher und besser machen soll, schon fast den Vorwurf machen es wäre gewollt uns von uns und auch damit von einander zu trennen. Den je weniger wir bei uns sind, je weniger wir erfahren können wer wir wirklich sind. In diesem nichts erscheint mehr und mehr das was schon immer war und immer sein wird.

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass je stiller es um Ihnen ist, je lauter es Ihnen wird? Fast schon ein Feuerwerk aus Gedanken die umher ringen, sich ablösen, übertünchen, auflösen, zu bewegten Bildern werden, Bilder die uns so wirklich vorkommen können, dass sie unser Herz rasen lassen und uns in der nächsten Sekunde wie betäubt fühlen lassen. Welche Macht diese Gedanken doch haben können, wenn wir Sie Ihnen geben. Ich habe einen weiten Weg über den Kampf hinzu zur Mediation und schon immer zu mir gemacht im laufe meines Lebens, um das zu erfahren. Seitdem hat sich viel im außen verändert, die Welt um mich herum scheint sich schneller und schneller zu drehen und das geschieht nicht nur auf Grundlage neuroplastischer Prozesse, welche verantwortlich für die Retrospektive Zeitkompression sind. Ein Effekt der dafür sorgt, dass unser Gehirn das was es als Alltag empfindet, immer geringer in unsere Erinnerung übernommen wird. Es liegt auch am Fortschritt, an der Digitalisierung die daraus resultierenden Schnelllebigkeit, an unserer Illusion alles besser und aufregender machen zu können. Ob wir den Fortschritt, das „Bessere“ den nun wirklich brauchen, wenn er dazu führt, dass wir davon immer weniger bewusst wahrnehmen ?

Eine Welt voller Paradoxe. Fast schon wie wir selbst, wie ein Spiegel. Leider ist das nicht bloß eine Behauptung. Unser Gehirn leidet ebenfalls unter dem „Attentional Blink“ Effekt, bei dem kurze und schnelle Eindrücke nicht mehr effektiv verarbeitet werden können und so unser Arbeitsgedächtnis fortwährend in Mitleidenschaft gezogen wird. Ja unsere Natur versucht uns zu verstehen zu geben, dass der moderne Konsum keinen nachhaltigen Mehrwert hat. Vielmehr noch sollte uns das doch bewusst machen, dass wir unser hochintelligentes natürliches System schädigen, da wir es damit belasten uns ständig zu schützen. Wir sind permanenten Reizen ausgesetzt. Wir konsumieren stetig etwas, dass uns schädigt. Sie können nun wo Sie es wissen nicht mehr behaupten Sie hätten es nicht gewusst. Jetzt wissen Sie es. Doch wissen wir so vieles und handeln gegensätzlich, schaden uns. Wir blenden die richtigen Gedanken aus, denn es ist einfacher sich von außen vereinnahmen zu lassen, ab-lenken zu lassen. Statt von uns aus Einfluss auf das außen zu nehmen. Wir fallen unseren Schwächen zu Opfer. Vielmehr fallen wir uns selbst zum Opfer, eher aber unseren Ego. Doch wir tragen die Verantwortung für unser Handeln. Und wann wird uns klar, dass wir schwach waren, dass wir gegensätzlich gehandelt haben uns geschadet haben? Wenn wir den Schmerz fühlen dürfen. Doch warum ist die Rede von dürfen?

Stellen Sie sich einmal vor Sie würden sich weiter der Illusion hingeben, der Konsum und sein Schaden wären das wahre Glück. Sie würden ihre wertvolle Zeit weiter vergeuden und damit ihr größtes Geschenk. Auch wenn es uns in diesen vielen flüchtigen Momenten des Alltags oft nicht klar ist, besteht unser Leben doch nur aus einem flüchtigen Moment gefolgt vom nächsten. Wir dürfen sehr dankbar für diese Erkenntnis sein, immer dann wenn der Schmerz uns selbst sehen lässt. Doch alles ist In Bewegung, alles ist Prozess und nach dem Schmerz, tritt irgendwann auch wieder Ruhe ein und erst im Moment der Ruhe, werden wir besonnen, in diesen Momenten wird das wirklich wichtige klar, in diesen Momenten der Stille wissen wir, dass wir nicht wütend oder gekränkt sein wollten, uns wird klar, dass es ein getrennt sein vom Ego gibt. Uns wird bewusst, was wir hätten tun oder nicht tun sollen. Vielleicht haben wir deshalb Angst vor der Stille, vor dem nichts. Weil wir ahnen was uns in diesem Sturm aus Gedanken begegnet, wenn man ihn akzeptiert, hinter die dunklen Wolken schaut, ungeachtet vom toben und blitzen der Gedanken. Man könnte davon sprechen, dass wir be-wusst werden in diesen Momenten. Wir werden uns bewusst, wir begegnen uns selbst. Wer hätte gedacht Selbst-Bewusstsein im „nichts“ zu finden.

Vor vielen Jahren habe ich Selbstbewusstsein mit körperlicher Stärke Verbunden, zu wissen wie ich mich schützen kann hat mich stark fühlen lassen, zugegebenermaßen, dass tut es immer noch, doch heute weis ich, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht mit physischer Stärke zu schützen, zu bewältigen sind. In der Stille bin ich dem nichts begegnet und folglich allem. Zweifel, Sorgen, Ängste, Auswüchse meines Egos, nur konnte ich Sie nicht bekämpfen oder gar besiegen mit allen Kampftechniken die ich je gelernt hatte, egal wie viel oder wie hart ich trainierte. Doch die Konzepte die ich lernte um im Außen stärke zu erlangen, waren die gleichen die mein Ego schützten und fütterten. Doch ich stellte mich der Stille, ich begann mich selbst zu betrachten. Ich verstand, dass ich getrennt bin von meinem Ego auch wenn es mich mit Gedanken in der Stille quälte, konnte ich es sehen, wenn ich mich von seinem toben nicht beeindrucken ließ. Ich ließ mein Ego nicht die Kontrolle übernehmen. Ich verstand dass es nicht meine Gedanken waren, ich konnte Sie in dem Moment ablehnen indem ich mich von meinem Ego distanzieren lernte, Sie waren lediglich Produkte aus dem was wahr und dem was wahrscheinlich nie sein wird. Ich verstand, dass der Lärm, welcher die Stille ausmacht, nicht ich war. Ich kam zu Verstand, ja Ich verstand mich.

In dieser Ruhe wurde ich mir bewusst, ich erkannte, dass ich sowie wie ich im Außen durch Aktion die Umstände zu meinem Gunsten beeinflussen konnte, ich ebenso im Innen, in der Stille, dort wo so viel war, Einfluss nehmen kann. Ich kann Verantwortung übernehmen, für mich, ich kann mich bewusst für Gedanken entscheiden und andere ziehen lassen, ich lehrte mein Ego los zu lassen, zu gewähren, ja zu vergeben. Ich verstand die Macht, die Kraft der Vergebung, die mit dem los lassen einher ging. Ja wir erfahren uns in der Stille, wahrhaftig. „In der Ruhe liegt die Kraft“, vielleicht ist diese Kraft die Begegnung mit uns selbst. Das sich selbst-bewusst-machen. Ich verstand das außen hat seinen Ursprung im Innen und das schon immer. Dabei können wir einer grenzenlosen Vielfalt in uns begegnen, unbegrenzte Möglichkeiten. „ Die Gedanken sind frei“, sagt man doch. Dabei geht es nicht darum auf eine Eingebung zu hoffen oder auf eine Erleuchtung zu warten, ja viel mehr sollte man zunächst ein in sich hineinfühlen erfahren dürfen. Damit sich selbst bewusst zu machen, dass fern ab von allen Ablenkungen so etwas wie eine Intuition existiert. Ganz gleich wie groß das Chaos ist, welches wir in der Stille begegnen oder welche Leere uns darin und verloren lassen fühlen lassen kann. Wir müssen uns der Verantwortung uns selbst gegenüber bewusst werden. Die Verantwortung uns bewusst für Gedanken zu entscheiden. Nutzen machen von unserem freien Willen. Wir müssen uns der Verantwortung bewusst werden, dass wir in dem nichts in dem alles möglich ist, unser größtes Geschenk verborgen liegt. Wir müssen uns darin finden. Das was schon immer da war, verborgen in der Stille.

Wir müssen uns frei machen von Gewohnheiten, Aussagen über uns, wir müssen uns frei machen von Vorurteilen, Zweifeln und Ängsten, alle Paradigmen über Bord werfen. Um frei zu sein müssen wir begreifen, dass wir längst frei sind und schon immer waren. Die Gedanken, die Unruhe in der Stille stiften sind nur eine Wirkung von außen. Wir müssen vor allem aufpassen, dass wir nicht weiter überflutet werden von dem was uns von außen, von uns selbst ablenkt. Wir müssen uns schützen vor eben genannten Konsum, vor Musik, Film, Medien, Junk Food, von falschen Menschen die sich diesen Werkzeugen bedienen um uns zu Ihren Zwecken zu instrumentalisieren, zum Konsum in jeder Hinsicht, zu falschen Entscheidungen, die dazu führen das wir unserer Animalität zum Opfer fallen. Ich habe gelernt, dass der effektivste Weg sich davor zu schützen, der Weg ist der im inneren zu uns führt. Wie Innen so außen, wie außen so Innen. In der Stille dort wo wir uns begegnen. Dort finden wir wahre Stärke, die uns wahrhaftig im Außen schützt und noch viel mehr. Sie offenbart uns was wir wirklich brauchen, welche Entscheidungen wir treffen müssen und welche Handlungen dem folgen müssen um wirklich glücklich zu sein, um zu werden wer wirklich sind.

Dieser Schatz verbirgt sich in der Stille. Wenn Sie sich selbst begegnen dann werden Sie wahre Stärke erlangen. Innen wie außen, dass Gesetz der Resonanz walten lassen. Beginnen Sie heute auf diese Reise zu gehen, vergessen Sie nicht, alles was wir haben ist ein flüchtiger Moment gefolgt von einem flüchtigen Moment und wenn Sie es nicht für sich selbst machen möchten, dann vielleicht für einen Menschen den Sie lieben. Oft fällt es uns leichter aus Liebe zu jemanden den Weg zu uns selbst zu finden. Dabei ist Empathie der Schlüssel zu uns. Das wunderbare an unserer Natur ist, dass wir indem wir den anderen, vielleicht einer guten Freundin, einem geliebten Vater oder unseren eigenen Kindern damit begegnen, lernen wir uns selbst zu begegnen. Man sagt nicht ohne Grund, lerne dich zu lieben um andere lieben zu können, es kann auch heißen, die Liebe zu anderen bringt uns dazu, die Liebe zu uns wieder zu entdecken. Wenn ich mich selbst nicht sehen kann, weil man Ego die Überhand hat und mich blind macht, dann kann mir ein guter Freund, meine Familie, Menschen, denen ich gelernt habe zu vertrauen, helfen mich selbst wieder sehen zu können.

Deshalb ist aufeinander zugehen so wichtig, deshalb ist Vertrauen so wichtig. Wenn ich einem Menschen vertraue, dann höre ich ihm zu, nehme etwas von Ihm an, selbst wenn ich wütend oder traurig bin. In diesem wundervollen Momenten hilft er mir mich selbst zu sehen. Unsere Waffe ist das Wort, die bloße Frage wie es mir geht, kann alles verändern, es schafft den Zugang zu mir. Ich kann wieder zu mir finden, mir die Frage stellen warum ich wütend oder traurig bin und in diesem Kontext, durch den anderen finde ich zu mir und schaffe die Distanz zu meinem Ego zu dem Teil, der traurig oder wütend ist und die Heilung beginnt. Wie Innen so außen, wie außen so Innen. In der Stille, ist es oft ganz laut und im Nichts verbirgt sich alles.

Entdecken Sie das Wunder selbst und machen Sie sich der Stille vertraut. Lernen Sie aneinander vertrauen. Schauen Sie von Ihrem Smartphone auf und entdecken Sie die Menschen um sich herum und damit sich selbst. Machen Sie sich selbst vertraut. Lernen Sie zu vergeben, sich selbst zu vertrauen, schaffen Sie Selbst-vertrauen und Sie werden sich Selbst- bewusst.

Lernen Sie sich zu lieben. Glauben Sie mir, Liebe war schon immer und wird immer sein, jeder kann es. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich in der Stille begegnen und damit allem und jeden in dieser Welt.

An dieser Stelle möchte ich Peter Waliczek danken, dass er mein Potential geahnt hat und mich mit Werner Jansen in Kontakt gebracht hat. Werner hat mich dazu aufgerufen diesen Artikel zu schreiben und damit verdanke ich Werner, das Wunder in mir entdeckt zu haben.

Stille...